DISCLAIMER

Our systems have detected that you are using a computer with an IP address located in the USA.
If you are currently not located in the USA, please click “Continue” in order to access our Website.

Local restrictions - provision of cross-border services

Swissquote Bank Ltd (“Swissquote”) is a bank licensed in Switzerland under the supervision of the Swiss Financial Market Supervisory Authority (FINMA). Swissquote is not authorized as a bank or broker by any US authority (such as the CFTC or SEC) neither is it authorized to disseminate offering and solicitation materials for offshore sales of securities and investment services, to make financial promotion or conduct investment or banking activity in the USA whatsoever.

This website may however contain information about services and products that may be considered by US authorities as an invitation or inducement to engage in investment activity having an effect in the USA.

By clicking “Continue”, you confirm that you have read and understood this legal information and that you access the website on your own initiative and without any solicitation from Swissquote.

Fünf Tipps für eine gute Dividenden­strategie

Dividendenstarke Aktien bleiben seit rund zehn Jahren meist hinter dem Gesamtmarkt zurück.
Mit einem sorgfältig zusammengestellten Portfolio kann die Strategie trotzdem aufgehen.

In einer Zeit, in der Sparbücher so gut wie keine Zinsen mehr bringen und klassische Anleihen nur magere Renditen abwerfen, scheinen Dividendenpapiere eine interessante Alternative zu bieten. Denn die in Aussicht gestellten Ren-diten, die teilweise an die 10 Prozent heranreichen, sind in den Augen vieler Anleger durchaus reizvoll. Aber Achtung! Es lauern dabei auch so manche Tücken! «Eine Anlagestrategie sollte niemals ausschliesslich auf Dividenden ausgerichtet sein», warnt Martin Moeller, Co-Leiter Schweizer & globale Aktien bei der Union Bancaire Privée (UBP).

Vorsicht ist also angebracht, weil die Unternehmen mit den höchsten Gewinnausschüttungen seit rund einem Jahrzehnt hinter dem Gesamtmarkt zurückbleiben. Ist ein dividendenorientiertes Vorgehen vor diesem Hintergrund also sinnvoll? «Ja», antwortet Nicolas Simar, der beim niederländischen Asset Manager NN Investment Partners (NNIP) die «Euro»- und «Europe High Dividend»-Strategien managt. «Mit Value-Aktien ist es nach wie vor möglich, den Markt zu übertreffen. Das sind unterbewertete Titel, die eine bessere Dividendenrendite bieten.» Hier einige Tipps, wie dies gelingen kann.

1 - Auf Nachhaltigkeit achten

Um die Anleger zu locken, hatte sich Saudi Aramco beim Börsengang im Dezember 2019 verpflichtet, seinen Aktionären jedes Jahr 75 Mrd. Dollar an Dividenden zu zahlen. Doch dann kam die Pandemie, und der Gewinn brach so stark ein, dass es dem Ölgiganten nun an Liquidität fehlt, um sein Versprechen zu halten. Um die nötigen Mittel aufzutreiben, will Saudi Aramco deswegen seine Investitionsvorhaben um 20 bis 30 Prozent zurückfahren und sich mit der Ausgabe von Anleihen Geld zu beschaffen. «Wenn sich ein Unternehmen Geld leihen muss, um Dividenden zahlen zu können, ist das ein ganz schlechtes Zeichen», so Nicolas Simar. «Generell sollte man bei der Branchenanalyse äusserst wachsam sein, um sich vor dem Investment zu vergewissern, dass es sich wirklich um ein nachhaltiges Geschäftsmodell handelt.»

So sieht das auch Martin Moeller: «Die Zukunftsfähigkeit der Dividende ist ein wichtiger Faktor. Unternehmen wie Shell oder BP schütten zum Beispiel hohe Dividenden aus. Doch das könnte sich in den nächsten Jahren ändern, weil die Erdölindustrie vor gewaltigen Herausforderungen steht. Und ihre Zukunft ist ungewiss.»

2 - Nicht blenden lassen von der Rendite

«Wer nur auf die Rendite achtet, trifft die falschen Investitionsentscheidungen, denn bei hohen Dividenden muss man aufpassen und genau hinsehen», sagt Nicolas Simar. «Renditen über 6 oder 7 Prozent sollten ein Alarmsignal sein, hier ist das Ausfallrisiko sehr hoch.»

In der Theorie erscheint die Ausschüttungspolitik eines Unternehmens umso interessanter, je höher die Rendite ist. Allerdings steigt die Rendite bei einem Unternehmen, das in Schwierigkeiten steckt, automatisch mit dem sinkenden Aktienkurs. Aufgrund ihrer prekären Lage ist die betreffende Firma dann wahrscheinlich gezwungen, ihre Dividendenpolitik in den Folgejahren nach unten zu korrigieren.

«Das ist die Value Trap, die Falle, in die Anleger tappen können, wenn sie auf stark unterbewertete Unternehmen setzen, die wie eine gute Anlageoption aussehen, wenn man ausschliesslich Aktienkurs und Dividendenrendite betrachtet», fährt Nicolas Simar fort. «In Wirklichkeit ist der Titel aber gar nicht zu niedrig bewertet und wird noch weiter fallen. Sind die Dividenden aber nicht mindestens so hoch wie der Wertverlust der Aktie, verlieren Sie Geld.»

3 - Wachstum nicht vergessen

«Unternehmen, die sehr hohe Dividenden zahlen, haben möglicherweise keine Wachstumspläne», sagt Eleanor Taylor Jolidon, Co-Leiterin Schweizer & globale Aktien bei der Union Bancaire Privée (UBP). «Ein Autohersteller zum Beispiel, der seine Anleger lieber in bar auszahlt, als neue Fabriken zu bauen, wird nicht wachsen. Ich persönlich bevorzuge Wachstumsunternehmen, die Wert schöpfen und deren Aktiva in die Bewertung einfliessen.» So gehören Telekommunikationsunternehmen zu einer gesättigten Industrie, in der nicht nur geringe Wachstumsaussichten herrschen, sondern mit dem 5G-Ausbau auch gewaltige Investitionen bevorstehen.

«Eine gründliche Analyse der Unternehmen ist unverzichtbar, um nicht in die Dividendenfalle zu tappen», sagt Nicolas Simar: «Man muss sehr sorgfältig auswählen und sollte Unternehmen den Vorzug geben, die eine gesunde Bilanz sowie ein stabiles und regelmässiges Cashflow-Wachstum vorweisen können. So erhält man ein Anlageprofil mit einem niedrigeren Risiko als bei einer klassischen Value-Strategie, bei der das Wachstum gar nicht berücksichtigt wird.»

4 - Portfolio diversifizieren

Banken, Erdöl, Versicherungen - es gibt einige Branchen, die für grosszügige Dividenden bekannt sind. Deswegen haben dividendenorientierte Portfolios oft einen starken Brancheneinschlag. Fehlt aber die Diversifizierung, dann kann es teuer werden: «2008 konzentrierten sich Dividendenstrategien ganz stark auf den Finanzsektor», so Nicolas Simar. «Besser ist es, einen diversifizierten Ansatz zu fahren und die Renditeziele je nach Branche anzupassen. So kann man zyklische Werte wie Siemens oder Schneider Electric mit defensiveren Sektoren wie dem Gesundheitswesen (vor allem Sanofi und Novartis), dem Nahrungsmittelvertrieb (Ahold Delhaize und Tesco) und Versicherungen (Zurich Insurance und Munich Re) mischen.»

5 - Auf ein dynamisches Portfoliomanagement achten

Dividendenstrategien galten lange als starre defensive An-​lagen, die jedes Jahr eine kleine Rendite abwerfen – also etwas für alte Herren. Doch die Zeiten haben sich geändert. «Heute muss man viel dynamischer denken als früher», sagt Nicolas Samar. «Wir behalten die Unternehmen in der Regel zwei bis drei Jahre im Portfolio, um mit dem Struktur- und Technologiewandel Schritt zu halten. Momentan setzen wir beispielsweise gerne auf Werte wie die Deutsche Post, die mit ihrer DHL-Sparte der grosse Gewinner des wachsenden Onlinehandels ist, oder Smurfit Kappa, das führend ist in der Her-​stellung von Verpackungskartons, die der Onlinehandel stark nachfragt. Das sind Unternehmen, denen die Digitalisierung der Gesellschaft in die Karten spielt, die dadurch wachsen und gleichzeitig attraktive Dividenden ausschütten.» Andere Werte könnten von geplanten Post-Corona-Konjunkturprogrammen profitieren, wie der Industriekonzern Saint-Gobain oder der Zementhersteller CRH. Sie passen ideal ins amerikanische Konjunkturprogramm mit seinen Infrastrukturausgaben.
 

Gibt es ein Comeback der Value-Aktien?

Was haben Tesla, Amazon, Google und auch Facebook gemeinsam? Die Stars der US-Börse, die den Markt aufwirbeln, schütten keine Dividende an ihre Aktionäre aus und reinvestieren ihre Gewinne lieber in ihr Wachstum. Im Börsenjargon werden solche Aktien als Wachstumstitel oder Growth-Papiere bezeichnet.

Das Gegenteil davon sind die sogenannten Value-Papiere, also unterbewertete Titel, deren Bewertung unter dem Substanzwert des Unternehmens liegt und die im Allgemeinen bessere Renditen bieten. Seit rund zehn Jahren stehen Wachstumstitel, vor allem aus dem Tech-Sektor, bei Anlegern höher im Kurs als Value-Aktien. Die Pandemie hat diesen Trend noch verstärkt. Damit werden Dividendenstrategien abgestraft.

Aber das Blatt könnte sich in den nächsten Monaten noch wenden, wie die Bank of America zu verstehen gibt. Dort erwartet man für 2021 ein Comeback der Value-Papiere. Nicolas Simar teilt diese Ansicht: «Die Bewertungsdiskrepanzen zwischen Growth- und Value-Titeln haben zuletzt ein Rekordniveau erreicht, das es letztmals während der Technologieblase Ende der 1990er-Jahre gegeben hat», erklärt der NNIP-Manager für «Euro»- und «Europe High Dividend»-Strategien. «Der Unterschied erscheint mir derzeit viel zu gross, und ich rechne mit einer Korrektur zugunsten der Value-Titel. Die Lockerungsmassnahmen der Geld- und Steuerpolitik, die Finanz- und Währungsbehörden in der Gesundheitskrise eingeleitet haben, könnten diese Entwicklung beschleunigen.»

Die Fachwelt bleibt angesichts des Themas gespalten. Viele Fondsmanager gehen davon aus, dass es bis zum Value-Comeback noch dauern dürfte.

 
Live chat