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Börsengänge: Top-Kandidaten für 2020

Trotz makroökonomischen Spannungen stehen viele Unternehmen in den Startlöchern für einen Börsengang.
Hier die Top Ten, ausgewählt von «Swissquote Magazine».

AIRBNB

Branchenstar stellt sich breiter auf

  • Gründungsjahr: 2008
  • Sitz: SAN FRANCISCO (US)
  • Belegschaft: 12'400

Die mit Spannung erwartete Nachricht kam am 19. September 2019. In einer kurzen Pressemitteilung verkündete die Beherbergungsplattform ihren geplanten Börsengang für 2020 – ohne genauere Angaben. Die Zeit war reif. In den elf Jahren seines Bestehens ist Airbnb zum Branchengiganten mit einer Bewertung von mehr als 35 Mrd. Dollar und einem Netz von sieben Millionen Unterkünften in 100'000 Städten und 191 Ländern avanciert. Im vergangenen März gab das Unternehmen stolz den 500'000’000. Kunden bekannt.

Lockt das die Anleger? Nach den gescheiterten IPOs von Uber und Lyft, zwei weiteren Tech‑Einhörnern, macht Airbnb seine ersten Schritte aufs Parkett in einem wirtschaftlich instabilen Klima. Doch im Gegensatz zu den beiden Erstgenannten kann das Unternehmen aus San Francisco solide Ergebnisse vorweisen. Airbnb veröffentlicht zwar keine Zahlen, teilte aber Anfang 2019 mit, das zweite Jahr in Folge Gewinne zu schreiben. Laut «Wall Street Journal» stieg der Umsatz der Firma im Jahr 2018 insgesamt um 40 Prozent.

Der Umsatz der Firma stieg 2018 insgesamt um 40 Prozent

In den letzten Jahren bemühte sich das Unternehmen ausserdem um Diversifizierung, vor allem durch eine Ausweitung des Geschäfts auf Luxusvermietungen (über die Marken Airbnb Plus und Beyond), Restaurantreservierungen und mit dem Angebot von Erlebnisevents wie Kochkursen. Zudem kaufte Airbnb im April 2019 die Buchungsplattform HotelTonight. Mit dieser Diversifizierung will das Unternehmen sich aus der Abhängigkeit von der Unterkunftsvermietung befreien, die von den Städten zunehmend durch Touristensteuern und die Begrenzung der Vermietungsdauer reguliert wird.

So zog die Pariser Stadtverwaltung im Februar gegen die Plattform vor Gericht, da sie 1'000 nicht registrierte Unterkünfte online angeboten hatte, und forderte dafür eine Geldstrafe von 12,5 Mio. Euro. Auch in der Schweiz will der Waadtländer Staatsrat die Vermietungen stärker regulieren. Vermieter sollen ihr Eigentum maximal 90 Tage pro Jahr ohne Bewilligung auf Sharing‑Economy‑Plattformen anbieten dürfen. Laut dem Walliser Tourismus‑Observatorium (Tourobs) bietet Airbnb fast 50'000 Unterkünfte in der Schweiz an. Mit 8'484 gebuchten Objekten liegt das Wallis weit vorne, vor Zürich (5’757), der Waadt (4’636), Bern (4’457) und Genf (4’275).

BITMAIN

Der Bitcoin-Schürfer

  • Gründungsjahr: 2013
  • Sitz: PEKING (CN)
  • Belegschaft: 3'000

IPO ja oder nein? Wie man den «Tencent News» entnehmen konnte, soll Bitmain, die Nummer eins der Welt im Bitcoin‑Mining, Anfang Oktober bei der US Securities and Exchange Commission mit der Deutschen Bank als Partner die Börsenzulassung beantragt haben, eine von der SEC bislang unbestätigte Information. Nach dem gescheiterten Börsengang in Hongkong im März 2019 sei der Hersteller von Bitcoin‑Mining‑Rechnern bereit, sein Glück noch einmal zu versuchen, heisst es dort.

Der Grund für den Sinneswandel? Offenbar herrscht auf dem Markt für Kryptowährungen wieder Optimismus. Denn nachdem der Bitcoin bis April 2019 unter der 4’000‑Dollar‑Schwelle gedümpelt hatte, schoss er im Juni wieder nach oben und knackte die symbolträchtige 10’000‑Dollar‑Marke. Mitte November fiel der Bitcoin erneut unter 9'000 Dollar, weit entfernt von seinem Allzeithoch von 19'511 Dollar im Dezember 2017. Dieser Anstieg ist für Bitmain, dessen Rentabilität an den Krypto‑Kurs gebunden ist, ein Segen und öffnet wieder die Tür für einen möglichen IPO (lesen Sie dazu die Ausgabe von «Swissquote Magazine», September 2018). Auch die Hauptkonkurrenten Bitfury und Ebang feilen schon an ihren Plänen für einen baldigen Börsengang. Das chinesische Unternehmen Canaan Creative hingegen, die Nummer zwei der Branche, hat den Sprung an die NASDAQ bereits am 21. November gewagt.

Offenbar herrscht auf dem Markt für Kryptowährungen wieder Optimismus

Bleibt nur ein Haken: Bitmain steckt in einer schweren Führungskrise, durch die sich das IPO‑Projekt erst einmal verschieben könnte. Ende Oktober hat das chinesische Unternehmen den Mitgründer und Co‑CEO Micree Zhan Ketuan seiner Funktionen enthoben. Gefährdet das die Börsenpläne? Die Antwort folgt 2020.

CASPER

Newcomer erfolgreich wie im Schlaf

  • Gründungsjahr: 2014
  • Sitz: NEW YORK (US)
  • Belegschaft: 4'000

Was haben der Schauspieler Leonardo DiCaprio, der Rapper 50 Cent und der Basketballer Carmelo Anthony gemeinsam? Alle drei gehören zu den Investoren der Firma Casper Sleep. Das vor erst fünf Jahren gegründete New Yorker Unternehmen hat sich auf den Verkauf von Matratzen über das Internet spezialisiert. Das Konzept?

Die Bettwaren lassen sich mit einem Klick im Internet bestellen und die Lieferung erfolgt auf ähnliche Weise wie bei Diensten wie Deliveroo: Die Matratzen werden eingerollt in einen Karton verpackt und per Velo ausgefahren. Nach dem Erhalt kann man sie einfach wieder ausrollen und ein paar Stunden liegen lassen. Sie nehmen dann wieder ihre normale Form an. Kurz gesagt, ein einfacher Verkauf ohne Zwischenhändler, wodurch das Unternehmen deutlich günstigere Preise als die Konkurrenz anbieten kann und die New Yorker schnell für sich gewinnen konnte. Nur einen Monat nach der Gründung

Die Bettwaren lassen sich mit einem Klick im Internet bestellen

stieg der Absatz von Casper bereits auf eine Mio. Dollar. Danach wagte man sich auch auf andere Märkte vor, wie Kanada, Grossbritannien, Deutschland, Schweiz und Frankreich, und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 400 Mio. Dollar. Ein Alptraum für die alteingesessenen Marktteilnehmer. Im Oktober 2018 stellte Mattress Firm, der bis dahin unangefochtene Marktführer für Matratzen in den USA, Antrag auf Insolvenz. Einen Monat später schaffte er es raus aus dem Verfahren, allerdings zu einem enorm hohen Preis: die Schliessung von 660 seiner insgesamt 3'000 Filialen.

Bloomberg zufolge steht Casper unmittelbar vor der nächsten Entwicklungsstufe. Das mit 1,1 Mrd. Dollar bewertete Unternehmen soll die Banken Morgan Stanley und Goldman Sachs mit der Vorbereitung des Börsengangs für 2020 beauftragt haben. Casper Sleep muss nun die Investoren davon überzeugen, dass man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen will. Denn die Firma ist nicht mehr allein unterwegs in diesem Marktsegment. Das leicht imitierbare Geschäftsmodell wurde in den USA von Leesa, Purple, Tuft & Needle sowie Yogabed, in Grossbritannien von Eve Sleep und Simba und in Frankreich von Tediber kopiert.

CLOUDMINDS

Die Roboter-Revolution

  • Gründungsjahr: 2015
  • Sitz: SANTA CLARA (US) UND PEKING (CN)
  • Belegschaft: 700

Auf dem letzten Mobile World Congress im Oktober in Los Angeles beeindruckte der humanoide Roboter XR‑1, vor allem die technische Infrastruktur, die dahintersteckt, die Besucher. Denn der von der chinesischen Firma CloudMinds entwickelte XR‑1 ist weltweit einer der ersten Roboter, der von einer cloudbasierten künstlichen Intelligenz gesteuert wird. Die Sensoren des Dienstleistungsroboters sammeln Daten und übertragen sie sofort per 5G‑Verbindung an einen Server. Diese Technik ermöglicht es, den Prozessor im XR‑1 zu entlasten, der zugleich eine für einen Roboter beispiellose Rechnerleistung bietet.

Früher oder später dürften sich mit der von CloudMinds entwickelten Infrastruktur Hunderte, wenn nicht Tausende Maschinen gleichzeitig steuern lassen. Perfekt für die Automatisierung einer ganzen Fabrik zum Beispiel. Doch das Unternehmen begnügt sich nicht mit der Entwicklung einer cloudbasierten künstlichen Intelligenz. Es arbeitet an der gesamten Wertschöpfungskette von der Software bis zum physischen Roboter: So wurden im April 2019 intelligente Gelenke für den XR‑1 vorgestellt. Um die Weiterentwicklung des

XR-1 ist weltweit einer der ersten Roboter, der von einer cloudbasierten künstlichen Intelligenz gesteuert wird

Unternehmens zu gewährleisten, beantragte CloudMinds im Juli 2019 bei der SEC die Zulassung an der New Yorker Börse NYSE. Mit dem IPO möchte man bis zu 500 Mio. Dollar erlösen. Für SoftBank, gemeinsam mit Foxconn einer der Hauptinvestoren von CloudMinds, ist der Börsengang von grosser Bedeutung. Denn die japanische Investmentgesellschaft war in eine Reihe von grossen und missglückten Börsengängen im Jahr 2019 involviert, wie dem von WeWork, Uber und Slack. Aus diesem Grund wird der IPO von CloudMinds, für den noch kein Datum festgelegt ist, erst dann stattfinden, wenn die Bedingungen ideal sind.

EAZE

Der Cannabis-Lieferant

  • Gründungsjahr: 2014
  • Sitz: SAN FRANCISCO (US)
  • Belegschaft: 135

Seit 2018 kursieren Gerüchte über einen Börsengang des US‑Start-ups Eaze. Dieser Ausblick stösst bei den Investoren auf grosses Interesse, da die Cannabis‑Branche in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt. Die 2014 entwickelte Eaze ist eine App für die Lieferung von medizinischem Marihuana. Das Unternehmen prognostiziert für 2020 einen Umsatz von fast einer Mrd. Dollar.

EHANG

Experte für Flugtaxis

  • Gründungsjahr: 2014
  • Sitz: GUANGZHOU (CN)
  • Belegschaft: 300

Was hat es bloss mit diesem chinesischen Start‑up auf sich, das alle Luftfahrtriesen vom Platz gefegt hat, allen voran Boeing und Airbus? Im Februar 2018 wurde EHang bekannt als das erste Unternehmen, dem es gelang, eine Drohne ohne Pilot unter realen Bedingungen mit Passagier an Bord zu testen. Damit gab die Firma schon mal einen Vorgeschmack auf den Betrieb zukünftiger Flugtaxis.

Das Video, in dem das Fluggerät mehrere Minuten mühelos durch die Luft schwebt, wurde zum Klick‑Hit im Internet

Das Video, in dem das Fluggerät mehrere Minuten mühelos durch die Luft schwebt, wurde zum Klick Hit im Internet, vor allem, weil zu dieser Zeit der Airbus Prototyp Vahana kaum mehr als eine Flugminute ohne Passagiere schaffte. Das 2014 gegründete chinesische Unternehmen hat die Sicherheit seiner autonomen Flugtechnik bis heute weltweit in mehr als 2'000 Testflügen getestet. EHang möchte der erste kommerzielle Anbieter für den Luftverkehr in geringer Höhe für Personen und Waren im chinesischen Guangzhou werden. Allerdings fehlt es dem Unternehmen für den weiteren Ausbau an Liquidität. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 schrieb EHang Nettoverluste in Höhe von 5,5 Mio. Dollar und setzte damit den Vorjahrestrend fort, in dem das Defizit bei 10,8 Mio. Dollar gelegen hatte.

Zur Kapitalbeschaffung beantragte EHang im Oktober 2019 bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) den Börsengang an der NASDAQ. Das IPO‑Datum ist zwar nicht bekannt, aber das junge Unternehmen, das von den Banken Morgan Stanley und Credit Suisse beim Gang aufs Börsenparkett begleitet wird, möchte gerne 100 Mio. Dollar erlösen, wie den vorgelegten Unterlagen zu entnehmen ist. Damit könnte es seinen Vorsprung in dem hochdynamischen Sektor halten. Denn viele Start‑ups drängen auf den Markt der urbanen Mobilität, auf dem auch die Fahrdienstvermittler, die Automobilindustrie, die Luftfahrt, aber auch die Lieferdienste um Anteile buhlen.

ENDEAVOR

Die Agentur der Stars

  • Gründungsjahr: 2009
  • Sitz: BEVERLY HILLS (US)
  • Belegschaft: 6'000

Im Unterhaltungsbereich ist es als kleines Unternehmen bekannt, das in wenigen Jahren zum weltweiten Branchenriesen aufgestiegen ist: Endeavor, die Talent- und zugleich Eventagentur aus Beverly Hills. Sein Wachstum hat dem Unternehmen den Ruf eingebracht, unendlich ehrgeizig und gegenüber der Konkurrenz gnadenlos zu sein. Daher war der Schock gross, als Endeavor den Börsengang am 26. September 2019 nur wenige Stunden vor den ersten geplanten Transaktionen an der New York Stock Exchange absagte. Auf einen Schlag schien der König der Unterhaltungsindustrie, der hinter so unterschiedlichen Wettbewerben wie Miss Universe und der MMA Ultimate Fighting Championship steht, nicht mehr unbesiegbar zu sein. Laut «Wall Street Journal» war der Hauptgrund für die Absage die mehr als enttäuschende Performance des Heimtrainerfabrikanten Peloton, der einige Tage zuvor an die Börse gegangen war. Was die beiden Unternehmen gemein haben? Sie stecken beide in den roten Zahlen. Und Investoren werden Unternehmen gegenüber,

Die Investoren glauben an das Geschäftsmodell von Endeavor

die keine Gewinne einfahren, immer skeptischer. Endeavor war einfach klar geworden, dass sich der Wind gedreht hatte. Zu Beginn ging man an der Wall Street noch davon aus, dass das Unternehmen bei seinem IPO 900 Mio. Dollar erlösen würde. Danach korrigierte die Firma das Wertpapierangebot zweimal nach unten: Am Donnerstag, den 26. September, am Tag der IPO‑Absage, bot das Unternehmen nur noch 15 Millionen Aktien mit einer Preisspanne von 26 bis 27 Dollar an, was einem Emissionserlös von «nur noch» 405 Mio. Dollar entsprochen hätte. Und doch glauben die Investoren weiterhin an das Geschäftsmodell von Endeavor. Sie haben lediglich die schlechten Ergebnisse des Unternehmens der letzten Zeit in einem nach dem abgeblasenen Börsengang von WeWork instabilen IPO‑Markt sanktioniert. Mit anderen Worten: Endeavor hat seine Wall‑Street‑Pläne nicht aufgegeben, sondern den Börsengang nur zeitlich verschoben.

«Wir werden den Zeitpunkt für das vorgeschlagene Angebot je nach Entwicklung der Marktbedingungen weiter bewerten», bestätigte das Unternehmen in einer Pressemeldung. Und aus Sicht der befragten Experten könnte sich ab 2020 das nächste gute Zeitfenster öffnen.

GITLAB

Der kleine Prinz des Quellcodes

  • Gründungsjahr: 2011
  • Sitz: SAN FRANCISCO (US)
  • Belegschaft: 880

Viele Einhörner halten sich bedeckt, wenn es um ihren möglichen Börsengang geht, wenn sie ihn nicht sogar verheimlichen. Die meisten wollen vor dem tatsächlichen Beginn der Transaktion nichts zu ihren Plänen sagen und halten das genaue Datum bis zum letzten Moment zurück. Ganz anders dagegen GitLab: Das kalifornische Unternehmen hat bereits seine Pläne veröffentlicht und gab lauthals bekannt: Der IPO wird am 18. November 2020 stattfinden.

GitLab gab lauthals bekannt: Der IPO findet am 18. November 2020 statt

Zugegebenermassen hat die Firma, die eine Entwicklerplattform für freie Software betreibt, allen Grund zur Euphorie. Seit der Branchenriese Microsoft den Hauptrivalen GitHub im Juni 2018 für 7,5 Mrd. Dollar übernommen hat, haben viele Entwickler zu GitLab gewechselt (s. dazu die Ausgabe von «Swissquote Magazine», Mai 2019). Folgt man den in den Medien veröffentlichten Angaben, dann hat sich die Zahl der Projekte auf der Plattform seitdem verzehnfacht und der Umsatz dieses Jahr einen Sprung von 143 Prozent gemacht. Zu den Kunden von GitLab gehören grosse Namen wie Nvidia und Goldman Sachs.

I-MAB

Hoffen auf die Immuntherapie

  • Gründungsjahr: 2014
  • Sitz: SHANGHAI (CN)
  • Belegschaft: 250

Die chinesische Biopharma‑Firma I‑Mab Biopharma beantragte im Oktober bei der SEC die Börsenzulassung für die NASDAQ unter dem Kürzel IMAB. Das Unternehmen, das mit dem IPO 100 Mio. Dollar erlösen will, wartet jetzt auf das richtige Zeitfenster, um die Türen zur Wall Street aufzustossen. Anfang 2020 oder noch am Jahresende 2019 könnte es so weit sein.

I Mab, in Europa bisher kaum bekannt, entwickelt neuartige Therapien zur Behandlung von Krebs

I‑Mab ist in Europa bisher kaum bekannt: Die Firma entwickelt neuartige Therapien zur Behandlung von Krebs und Autoimmunkrankheiten. Im Portfolio der Medikamentenkandidaten des Unternehmens befinden sich rund zehn Wirkstoffe, einer davon, TJ202, in China bereits in der klinischen Phase‑III‑Studie, der letzten Stufe vor der Marktzulassung. TJ202 soll verschiedene Formen von Myelomen, einer Krebsart, bekämpfen und könnte 2021 auf den chinesischen Markt kommen, wenn die klinischen Studien gut laufen. Im ersten Halbjahr 2019 schrieb I‑Mab Verluste in Höhe von 125 Mio. Dollar. Das Unternehmen, das seit seiner Gründung 400 Mio. Dollar aufgenommen hat, hofft auf den gigantischen chinesischen Gesundheitsmarkt. Laut Schätzungen der Unternehmensberatung Frost & Sullivan dürfte der Bereich für biologische Arzneimittel, in dem I‑Mab aktiv ist, bis 2030 ein Volumen von 189,4 Mrd. Dollar erreichen.

INSTACART

Der Lebensmittellieferdienst

  • Gründungsjahr: 2012
  • Sitz: SAN FRANCISCO (US)

Instacart wurde 2012 in San Francisco gegründet und bietet Zustell- und Abholservice. Doch das Technologieunternehmen unterscheidet sich von anderen Online‑Händlern wie

Die Beschäftigten kaufen die Waren vor der Auslieferung in den von den Kunden ausgewählten Geschäften ein

Amazon: Es verfügt über keinerlei Lagerhaltung. Die Beschäftigten kaufen die Waren vor der Auslieferung direkt in den von den Kunden ausgewählten Geschäften ein. Ein Modell, mit dem das Unternehmen Logistikprobleme und alle damit zusammenhängenden Kosten drastisch verringern konnte. Instacart, das inzwischen in 20'000 Geschäften in den USA und Kanada einkauft, kann ein zweistelliges Wachstum vorweisen. Aufgrund seines Erfolgs galt die Firma als heisser Kandidat für einen möglichen IPO im Jahr 2019. Daraus wurde jedoch nichts, aber es kursieren Gerüchte, dass die Kotierung 2020 erfolgen soll - zumal Instacart CEO Apoorva Mehta mit seinen Absichten nicht hinterm Berg hält: «Ein Börsengang ist für uns definitiv geplant», bestätigte er gegenüber CNN Business.

O2

Der Mobilfunkbetreiber mit Ausdauer

  • Gründungsjahr: 1985
  • Sitz: SLOUGH (UK)
  • Belegschaft: 6'700

O2 gehört zur spanischen Gruppe Telefonica und ist einer der grössten Mobilfunkbetreiber in Grossbritannien. Der seit 2018 geplante Börsengang zur Finanzierung der kostspieligen Bereitstellung von 5G wurde wegen des Brexits aufgeschoben. Wenn London und Brüssel sich über die Bedingungen ihrer Scheidung letztendlich einig werden, könnte O2s Börseneinführung 2020 stattfinden.

PALANTIR

Der Geheimagent

  • Gründungsjahr: 2003
  • Sitz: PALO ALTO (US)
  • Belegschaft: 2'500

Das US‑Unternehmen Palantir, Gegenstand von allerlei Spekulationen, ist laut «Wall Street Journal» in Gesprächen mit der Credit Suisse und mit Morgan Stanley über einen möglichen Börsengang 2020. In anderen Quellen heisst es, dass es bis zu einem IPO noch einige Jahre dauern dürfte. Palantir, Spezialist für die Analyse von Big Data, wurde in seinen Anfängen von einem seiner Kunden finanziert, der CIA, über dessen In‑Q‑Tel‑Fonds. Darauf geht der zweifelhafte Ruf des Start‑ups zurück. Doch das Unternehmen hat auch andere, weniger kontroverse Kunden wie Merck, Fiat Chrysler, Ferrari oder Axel Springer.

POSTMATES

Der etwas andere Lieferservice

  • Gründungsjahr: 2011
  • Sitz: SAN FRANCISCO (US)

Nach den enttäuschenden Börsengängen von Uber und Lyft hat Postmates, ein Lieferdienst für Lebensmittel und Getränke, beschlossen, seinen für Oktober 2019 geplanten IPO zu verschieben. Experten gehen davon aus, dass das Unternehmen aus Kalifornien dennoch schon im ersten Quartal 2020 den Sprung ins kalte Wasser wagen wird. Sofern sich der Wind bis dahin gedreht haben sollte.

Mit den 225 Mio. Dollar, die das 2011 gegründete Unternehmen im vergangenen September aufgebracht hatte, konnte Postmates insgesamt 906 Mio. Dollar beschaffen. Nach der neuen Finanzierungsrunde wird die Firmenbewertung auf 2,4 Mrd. Dollar geschätzt. Das Unternehmen, dessen Service in vielen Städten der USA und in Mexiko‑Stadt (Mexiko) verfügbar ist, brüstet sich damit, fünf Millionen Bestellungen pro Monat auszuliefern und im Jahr 2018 insgesamt 400 Mio. Dollar Umsatz erzielt zu haben. Rentabel ist es damit allerdings noch nicht. Ab 2021 will man aber schwarze

Postmates verspricht, ab 2021 Gewinne zu schreiben

Zahlen schreiben. Doch der schöne Plan hat mehrere Haken, die zum Abkühlen der Märkte und zur Verschiebung des IPO geführt haben. Zum einen ist Postmates in den USA einem intensiven Wettbewerb auf dem Markt für Essenslieferdienste ausgesetzt, vor allem durch die Apps UberEats, Grubhub oder DoorDash, die auf demselben Markt unterwegs sind. Und zum anderen gehört das Start‑up wie Uber auch zu den Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf der Mitarbeit von Selbstständigen beruht – einem System, das immer öfter in Frage gestellt wird.

ROBINHOOD

Der nette Gangster der Finanzwirtschaft

  • Gründungsjahr: 2013
  • Sitz: MENLO PARK (US)
  • Belegschaft: 250

Das kalifornische Start‑up Robinhood ermöglicht per App den Aktienkauf und -verkauf von Unternehmen, die in den USA börsenkotiert sind – ohne Maklergebühren. Jetzt bewegt sich Robinhood in Richtung Wall Street. 2018 hat das Unternehmen den Vize‑Finanzchef von Amazon, Jason Warnick, angeworben, der die Vorbereitungen unterstützen soll. Seitdem kursieren Gerüchte, und einige Experten rechnen mit dem Börsengang ab 2020.

TOWERCO

Der Gigant der Sendemasten

  • Gründungsjahr: 2020

Der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone gab im Juli 2019 bekannt, dass er seine Tätigkeiten im Bereich der Sendemasten und Basisstationen in einem neuen Unternehmen zusammenfassen wird. Ziel: ein Börsengang dieser neuen Einheit, um Schulden abzubauen. «Tower‑Co», der endgültige Name ist noch nicht bekannt, soll im Mai 2020 starten. Diese Firma verwaltet dann 61'700 Sendemasten, hauptsächlich in Deutschland, Italien, Spanien und Grossbritannien, das Bruttobetriebsergebnis beträgt etwa 900 Mio. Euro.

V-ZUG

Schweizer Haushaltsgerätemarke

  • Gründungsjahr: 2020
  • Sitz: ZUG (CH)
  • Belegschaft: 2'000

Der Industriekonzern Metall Zug prüft derzeit die Möglichkeit, sich von seiner Haushaltsgerätesparte zu trennen (Marken V‑Zug, Sibir, Gehrig). Die Trennung könnte in Form eines Börsengangs an der SIX unter dem Namen V‑Zug erfolgen, jedoch frühestens im zweiten Quartal 2020. Bei diesem IPO würde Metall Zug eine erhebliche Beteiligung an der neuen Tochter behalten. Die Haushaltsgerätesparte erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 593,5 Mio. Franken.

 
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