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Dividenden: Zeit für den Aufschwung

Nach einem mageren Jahr dürfte die Dividendenausschüttung für Aktionäre 2021 wieder steigen.
Nur im Bankensektor hängt man am seidenen Faden der Aufsichtsbehörden. 

Die Aktionäre sind auf Diät: 2020 war jedenfalls für Investoren ein mageres Jahr, was Dividenden betrifft. Laut Janus Henderson Global Dividend Index sind die Gewinnausschüttungen der börsenkotierten Unternehmen in Europa (ohne das Vereinigte Königreich) im zweiten Quartal 2020 um 45 Prozent eingebrochen. Das zweite Quartal ist in den europäischen Ländern deshalb so aussagekräftig, weil die meisten Unternehmen ihre Dividenden genau dann auf einen Schlag auszahlen – also zwischen April und Juni. Dieses Jahr wurden 84,4 Mrd. Dollar ausgeschüttet, gegenüber 150,3 Mrd. Dollar im Vorjahr. Angesichts der Corona-Krise haben die europäischen Unternehmen – zum Teil auf Druck ihrer Regierungen – beschlossen, die Zahlungen an ihre Aktionäre zu reduzieren: 54 Prozent haben ihre 2020 fälligen Gewinnausschüttungen für das Geschäftsjahr 2019 gekürzt oder ganz ausgesetzt.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind gross: In Spanien zum Beispiel gingen die Dividenden um 70 Prozent, in Deutschland nur um 19 Prozent zurück. Lediglich ein Land in Europa ist nicht eingeknickt: Die Schweiz hat als einzige Nation auf dem alten Kontinent die Ausschüttungen zwischen 2019 und 2020 stabil gehalten. Auch in den USA, wo Aktionäre im Allgemeinen mehrmals im Jahr Zahlungen erhalten, sieht es schlecht aus. Zwischen September 2019 und September 2020 sind die Dividenden der Unternehmen im US-Aktienindex S&P 500 laut S&P Dow Jones im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 39,7 Mrd. Dollar eingebrochen.  

Auf das gesamte Jahr 2020 gerechnet werden die Gewinnausschüttungen nach den Prognosen des Janus Henderson Global Dividend Index weltweit um mindestens 17 Prozent auf 1’180 Mrd. Dollar sinken. Zum Vergleich: 2019 waren es 1’430 Mrd. Dollar. «2020 wird für die Dividenden das schlechteste Jahr seit der globalen Finanzkrise», heisst es in der Studie. «Durch die Pandemie war 2020 ein wirklich schwieriges Jahr», räumt Nicolas Simar ein, der beim niederländischen Asset Manager NN Investment Partners (NNIP) die «Euro»- und «Europe High Dividend»-Strategien verantwortet. «Wie bei jeder Rezession ist der Gewinn der Unternehmen stark geschrumpft, was zu einem europaweiten Einbruch der Dividenden um 25 bis 30 Prozent geführt hat.»

Derzeit breitet sich die zweite Welle des Coronavirus weltweit aus und damit stellt sich die Frage nach 2021: Müssen wir damit rechnen, dass das kommende Jahr noch katastrophaler wird, weil sich Ausschüttungen ja auf die im Vorjahr – sprich im Jahr der Pandemie – erwirtschafteten Ergebnisse der Unternehmen beziehen? «Die Dividendenhöhe wird nicht stark zurückgehen», meint Jérôme Schupp, der als Analyst bei Prime Partners tätig ist. «Stabilität ist hier äusserst wichtig, Kürzungen kommen bei den Aktionären sehr schlecht an. Sie vermitteln den Eindruck, dass das Unternehmen kein Vertrauen in die Zukunft hat. In der Finanzkrise 2008 haben die Unternehmen weltweit weiter Dividenden gezahlt, obwohl einige mehr als ihren Jahresgewinn ausgeben mussten.» Diese Einschätzung teilt Eleanor Taylor Jolidon: «Die Dividenden zu kürzen ist kein gutes Signal», so die UBP-Managerin. «Ohne Zwang entschliessen sich nur wenige Unternehmen dazu.»

Manche Experten gehen davon aus, dass die Gewinnausschüttungen an Aktionäre 2021 in Europa im Vergleich zu 2020 steigen dürften, sogar um fast 15 Prozent. «Wir erleben eine schwere Krise, und es wird wahrscheinlich zwei Jahre dauern, bis die Dividenden wieder auf Vor-Pandemie-Niveau steigen», so Nicolas Simar weiter. «Aber ich sehe einige positive Zeichen.» Im Gegensatz zur Krise von 2008/2009, in der die Staaten einen strengen Sparkurs fuhren, haben die Regierungen dieses Mal gut abgestimmte Konjunkturpakete mit fiskal- und geldpolitischen Massnahmen aufgelegt. Das dürfte der Wirtschaft den Neustart ermöglichen und damit auch schneller wieder zu Dividendenzahlungen führen.

Zumal die positiven Nachrichten zur Impfstoffentwicklung hoffen lassen, dass sich die Gesundheitssituation rasch bessern wird.

«Viele Unternehmen, denen es 2020 finanziell möglich gewesen wäre, Dividenden auszuschütten, haben sich aus Vorsicht oder gezwungenermassen dagegen entschieden», sagt Nicolas Simar. «2021 dürften sie wieder neue ausschütten.» In Frankreich hat Netzbetreiber Orange beschlossen, seine Dividende für 2021 auf Vor-Krisen-Niveau anzuheben, auf 70 Cent pro Aktie. Im Frühjahr hatte er sie um etwa ein Drittel gekürzt. Und die italienische Generali-­Versicherung erklärte sich am 12. November bereit, 2021 ihre Dividende «vorbehaltlich der Überprüfung durch die Regulierungsbehörde» wieder aufzunehmen. Dieses Jahr hatte sie auf eine Ausschüttung in voller Höhe verzichten müssen, auf Druck der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung, die sich um die Auswirkungen des Coronavirus auf die Branche Sorgen gemacht hatte. Bei AXA das Gleiche: «Angesichts der Rentabilität, Bonität und Liquidität der Gruppe haben wir kein Problem, nächstes Jahr eine Dividende auszuzahlen», erklärte Anfang November Etienne Bouas-Laurent, der Finanzchef des französischen Versicherers, der die Gewinnanteile dieses Jahr halbiert hatte.

Die Branche, die sicher am stärksten kontrolliert wird, ist der Bankensektor. Im März 2020 hat die Europäische Zentralbank (EZB), die das Bankensystem überwacht, die Finanzinsti-​ tute der Eurozone aufgefordert, Dividendenausschüttungen und Aktienrückkaufprogramme bis zum 1. Oktober 2020 einzufrieren – eine Frist, die später bis zum 1. Januar 2021 verlängert wurde. Ziel sei es, «die Verlustabsorptionsfähigkeit der Banken und die Unterstützung der Wirtschaft im gegenwärtigen Umfeld aussergewöhnlich hoher Unsicherheit sicherzustellen».

Auch wenn es sich dabei um keine offizielle Verpflichtung handelte, «wäre es für die Branchenriesen schwierig bis unmöglich, sich gegen ihre eigene Aufsichtsbehörde zu stellen», meint Martin Moeller, Co-Leiter Schweizer & globale Aktien bei der Union Bancaire Privée (UBP). «Tatsächlich mussten Großbanken wie die Deutsche Bank in Deutschland, bei denen die Erträge der Investoren ausschliesslich auf Dividenden beruhen, auf die Zahlung von Dividenden verzichten.» So setzten zwei Drittel der europäischen Banken, darunter die BNP Paribas, Natixis und die Société Générale, ihre Dividende gemäss den Empfehlungen der EZB aus und verzichteten auf Zahlungen in Höhe von 27,5 Mrd. Euro für das Geschäftsjahr 2019. Laut Janus Henderson Global Dividend Index geht die Hälfte der Dividendenkürzungen in Europa im Jahr 2020 (mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs) auf die behördlichen Anordnungen im Bankensektor zurück. Immer mehr europäische Banken wie die HSBC, Santander oder BNP Paribas kämpfen dafür, ihre Dividendenpolitik ab 2021 wieder aufnehmen zu können. Wenn ihr Schicksal von der EZB abhängt, die im Dezember entscheidet, ob sie ihre Empfehlungen aufrechterhalten wird, geht Nicolas Simar davon aus, dass es zu immer mehr Einzelfallentscheidungen kommen wird: «Banken mit einer soliden Bilanz und beträchtlichen Eigenmitteln werden ab 2021 wahrscheinlich Dividenden ausschütten dürfen.»


WELTMEISTER DER DIVIDENDE

Mit diesem Jahr geht ein Jahrzehnt des kontinuierlichen globalen Dividendenwachstums zu Ende. 2020 kam die Krise – doch die Schweizer Unternehmen haben sie gut überstanden.

 
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