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Die Chip-Giganten

US-Unternehmen wie Intel, AMD und Nvidia dominieren den Halbleitermarkt. Doch es gibt auch weniger bekannte Akteure in Europa und in Asien, die die etablierte Rangordnung ins Wanken bringen wollen.
Hier eine Auswahl.

AMD

Der gefürchtete Rivale

  • Gründungsjahr: 1969
  • Sitz: SANTA CLARA (US)
  • Umsatz: USD 6.73 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 11'000

Zeit für eine Revanche: Lange musste sich AMD im Mikroprozessorengeschäft Intel und in der Grafikprozessorensparte Nvidia geschlagen geben. 2017 machte der Konzern endlich wieder Gewinne, nachdem er sechs Jahre in Folge rote Zahlen geschrieben hatte. Seitdem läuft es gut für das US-Unternehmen, das alle grossen Namen aus der Elektroindustrie (Amazon, Google, Microsoft) zu seinen Kunden zählt, aber auch Endverbraucher mit Grafikkarten (GPUs) und Prozessoren (CPUs) für PC beliefert. AMD bestückt auch die nächste Konsolengeneration von Sony, die Playstation 5, sowie die Xbox Series X von Microsoft, die beide kurz vor Weihnachten auf den Markt kommen sollen. Auch in Mac-Pro-Computern von Apple stecken Radeon-Grafikkarten von AMD.

Das kalifornische Unternehmen steht deshalb so gut dar, weil es leistungsstärkere Produkte als die Wettbewerber hat und den Konkurrenten immer mehr Marktanteile wegschnappen kann (s. «Swissquote Magazine» von November 2019). Im August 2019 brachte AMD die zweite Generation seines Epyc-Prozessors für Rechenzentren mit einer Strukturbreite von nur sieben Nanometern (nm) auf den Markt, während die Produkte des Rivalen Intel erst im Laufe des Jahres 2020 die zehn nm knacken werden. Die Folge: AMD schaffte es mit seinen Epyc-Prozessoren in die Rechenzentren von Microsoft und Amazon Web Services. AMD verlässt sich dabei in grossen Teilen auf die Kooperation mit TSMC. Denn während Intel seine Produkte selbst fertigt, konzentriert sich AMD als Fabless-Unternehmen auf die Entwicklung. Und vertraut die Produktion zwei Chipherstellern an: Die US-Firma GlobalFoundries fertigt Mikrochips ab sieben nm, leistungsstärkere Produkte kommen von TSMC. Als einer der wichtigsten TSMC-Kunden hat AMD Zugang zu den Innovationen der Chip-Foundry. Das Unternehmen aus Kalifornien dürfte weltweit das erste sein, das 2021 eine Strukturbreite von fünf nm anbieten kann. Gleich nach Apple mit dem A14-Bionic-Chip, der im iPhone 12 zum Einsatz kommt, das für Ende 2020 erwartet wird.

AMEC

Der chinesische Ausrüster

  • Gründungsjahr: 2004
  • Sitz: SCHANGHAI (CN)
  • Umsatz: CHF 275 MIO. (2019)
  • Belegschaft: 700

Advanced Micro-Fabrication Equipment (AMEC) ist einer der wenigen chinesischen Ausrüster, der Maschinen für die Chipherstellung produzieren kann. Er verkauft sie in ganz Asien und in Europa. Mit ihnen können Mikrochips der neuesten Generation hergestellt werden.

APPLE

Der Königsmacher

  • Gründungsjahr: 1976
  • Sitz: CUPERTINO (US)
  • Umsatz: USD 260.17 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 137'000

36,1 Mrd. Dollar gab Apple 2019 für Mikrochips aus und war damit noch vor Samsung der weltweit grösste Abnehmer, so das Marktforschungsunternehmen Gartner. Damit kann Apple im Grunde allein über die Existenz von Zulieferern entscheiden. Und für diese sieht es nicht gut aus: Denn die Firma mit dem Apfel-Logo macht keinen Hehl daraus, Elektronikbauteile intern entwickeln zu wollen. Lieferanten wie Intel, Qualcomm, Skyworks oder STMicroelectronics haben also allen Grund zur Sorge.

APPLIED MATERIALS

Der Top-Ausrüster

  • Gründungsjahr: 1967
  • Sitz: SANTA CLARA (US)
  • Umsatz: USD 14.61 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 21'000

Mit einem Umsatz von 14,61 Mrd. Dollar im Jahr 2019 hält Applied Materials klar Platz eins auf dem Weltmarkt der Ausrüster, die an die Chiphersteller wie TSMC, Intel, Samsung, GlobalFoundries Maschinen liefern, noch vor ASML aus den Niederlanden. Die beiden Marktführer machen sich jedoch keine direkte Konkurrenz. Applied Materials dominiert das Segment für Sputterdepositionsanlagen und ASML gilt als die weltweite Nummer eins für Fotolithografie-Maschinen.

ASML

Der Platzhirsch

  • Gründungsjahr: 1984
  • Sitz: VELDHOVEN (NL)
  • Umsatz: EUR 11.8 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 25'000

Es kommt eben doch auf die Grösse an. Um die Zahl der Komponenten in jedem Prozessor und damit dessen Leistung zu steigern, hat die Halbleiterindustrie einen Miniaturisierungswettlauf gestartet. Das niederländische Unternehmen ASML, das seit Jahren die Maschinen für alle Chiphersteller (Intel, Samsung, TSMC) baut, hat jetzt mit der Entwicklung der Fotolithografie mit extrem ultravioletter Strahlung (EUV) einen Riesensprung nach vorne gemacht.

Die Halbleiterindustrie ätzt mit Hilfe von Lichtstrahlen Leiterbahnen auf Siliziumscheiben – ein Verfahren, das man als Lithografie bezeichnet. Mit dem EUV-System, das 2019 in die Massenproduktion ging, konnte ASML die Wellenlänge der Lichtstrahlen erheblich verkürzen und statt mit ultravioletter mit extrem ultravioletter Strahlung noch filigranere Strukturen zeichnen.

Dass die taiwanesische Chip-Foundry TSMC 2020 sogenannte Fünf-Nanometer-Mikrochips herausbringen kann, verdankt sie zu einem guten Teil den EUV-Maschinen (zum Vergleich: Ein Haar hat einen Durchmesser von 50’000 bis 100’000 Nanometer). Doch ASML kann sich auch ohne EUV-Technologie behaupten. Das Unternehmen hält mit seinen weniger hochentwickelten Lithografie-Maschinen bereits einen Marktanteil von 85 Prozent und beliefert alle grossen Chiphersteller. Mit dem EUV-System verfügt ASML praktisch über eine Monopolstellung auf dem Markt.

«ASML ist schlicht und ergreifend das wichtigste Unternehmen der Welt, aber keiner weiss es», begeistert sich Julien Leegenhoek, Analyst für Technologieaktien bei der Union Bancaire Privée. «Wenn ASML aufhört, ist die Welt am Ende. Dann gibt es keine Mikrochips mehr.» Ähnlich sieht das Hugo Paternoster, der sich als Analyst bei AlphaValue auf Halbleiterwerte spezialisiert hat: «ASML ist wirklich ein Unternehmen, das nicht fehlen darf. Auf dem Markt der klassischen Lithografie hat es bereits eine Quasi-Monopolstellung. Alle Chiphersteller auf der Welt werden, wenn sie nicht abgehängt werden wollen, EUV-Maschinen kaufen müssen.» Allerdings sind die vier Meter hohen und acht Meter langen Anlagen, die 180’000 Kilo wiegen, nicht billig: 120 Mio. Euro kostet eine Maschine. Eine Investition, die Chiphersteller selbst in Krisenzeiten nicht abzuschrecken scheint: «Die Nachfrageprognosen sind momentan unverändert», stellte Peter Wennink, CEO von ASML, am 15. April fest. Im ersten Quartal 2020 erzielte ASML ein Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr von 9,2 Prozent auf jetzt 2,44 Mrd. Euro – bei einer Bruttomarge von 45 Prozent.

BROADCOM

Der Software-Interessent

  • Gründungsjahr: 1961
  • Sitz: SAN JOSÉ (US)
  • Umsatz: USD 22.60 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 19'000

Broadcom ist weltweit für seine Halbleiter bekannt (85 Prozent davon produziert der Branchenriese TSMC), interessiert sich aber zunehmend für das Thema Software. Im August 2019 gab das US-Unternehmen den Kauf von Symantec für 10,7 Mrd. Dollar bekannt, der Mutterfirma der berühmten Norton-Software. Ein Jahr zuvor hatte sich Broadcom bereits für 18,9 Mrd. Dollar den US-Anbieter von Enterprise-Softwarelösungen CA Technologies einverleibt.

GIGADEVICE

Der chinesische Unruhestifter

  • Gründungsjahr: 2005
  • Sitz: PEKING (CN)
  • Umsatz: CHF 452 MIO. (2019)
  • Belegschaft: 500

Das Unternehmen mit Sitz in Peking will zusammen mit dem Start-up Changxin Memory Technologies DRAM-Chips produzieren, die zum Speichern von Daten eingesetzt werden. Bis Ende 2020 planen die Partner, 40’000 Teile pro Monat herzustellen, das entspricht 3 Prozent der weltweiten Produktion. Genug, um die Umsätze der Südkoreaner Samsung und SK Hynix sowie des US-Herstellers Micron zu sabotieren.

INFINEON

Der Auto-Experte

  • Gründungsjahr: 1999
  • Sitz: NEUBIBERG (DE)
  • Umsatz: EUR 8 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 41'000

Infineon hätte sich kaum einen schlechteren Zeitpunkt für die grösste Übernahme seiner Firmengeschichte aussuchen können. Am 16. April gab der deutsche Hersteller, der seine Mikrochips selbst produziert, mitten in der Pandemie den Abschluss der Übernahme des US-Unternehmens Cypress für 9 Mrd. Euro bekannt. Mit diesem Schritt wird das Münchner Unternehmen Infineon, das 1999 aus der Abspaltung der Mikroprozessorsparte des Siemens-Konzerns hervorgegangen ist, zum weltweit grössten Automobil-Chipanbieter – noch vor der niederländischen NXP und der japanischen Renesas, wie das Marktforschungsunternehmen IHS Markit angibt.

Auf dem Papier scheint sich das Portfolio der beiden Unternehmen im Automobilbereich ideal zu ergänzen: Infineon ist Experte für leistungsstarke Elektronikkomponenten, die den Energieverbrauch von Industrieanlagen und Fahrzeugen regulieren. Das Unternehmen liefert zum Beispiel Mikrochips für die Batteriesteuerung von Teslas Model 3. Cypress wiederum ist bekannt für seine WLAN- und Bluetooth-Komponenten, die etwa in der Switch-Konsole von Nintendo oder den Infotainment-Systemen von Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Tesla verbaut sind.

«Infineon ist gut aufgestellt und könnte von den Wachstumsaussichten des Automobilsektors profitieren. Denn die Branche braucht wegen der zunehmenden Automatisierung der Fahrzeuge und der Elektrifizierung der Motoren immer mehr Mikrochips», sagt Hugo Paternoster, Analyst bei AlphaValue und Experte für die Halbleiterindustrie.

Doch die aktuelle Situation schmerzt Infineon: Zu den wichtigsten Opfern von Covid-19 zählt ausgerechnet die Autoindustrie. Die Ratingagentur Moody’s prognostiziert für 2020 einen Markteinbruch von 21 Prozent in Europa, 15 Prozent in den USA und 10 Prozent in China. Das könnte die Ergebnisse des deutschen Konzerns belasten. Vor der Fusion erzielte er knapp 45 Prozent des Umsatzes in der Automobilbranche.

INTEL

Der verstimmte Herrscher

  • Gründungsjahr: 1968
  • Sitz: SANTA CLARA (US)
  • Umsatz: USD 72 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 110'000

Geschafft: Der US-Riese Intel, der den Chipmarkt von 1992 bis 2016 regierte, hat sich 2019 erneut den Spitzenplatz im Halbleitersegment vor Samsung gesichert. Und doch ist den Verantwortlichen nicht zum Feiern zumute. In einem Brief an die Angestellten vom 31. März dieses Jahres machte Intel-CEO Bob Swan seinem Ärger Luft: «Wir müssen sicherstellen, dass wir die Erwartungen unserer Kunden übertreffen und ihnen zum richtigen Zeitpunkt das Richtige liefern. Und im letzten Jahr war dies nicht immer der Fall. Das ist inakzeptabel.»

Mit einem Umsatz von 72 Mrd. Dollar im Jahr 2019, einem Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, ist zwar nicht gerade Gefahr im Verzug. Aber der US-Champion scheint von mehreren Seiten überholt zu werden. Im Juli 2019 stieg das Unternehmen endgültig aus dem Smartphone-Geschäft aus. Trotz Milliardeninvestitionen, die über 15 Jahre flossen, ist es nie gelungen, in diesem Segment erfolgreich zu sein. Eine quälende Niederlage, da Mobiltelefone den wichtigsten Kunden von Intel, den Computerherstellern, Umsätze abjagen.

Schlimmer noch: Intel scheint den Anschluss bei Prozessoren für PC und Server zu verlieren, mit denen es sich seinerzeit einen Namen gemacht hatte. Im vergangenen März begann das Unternehmen mit der Produktion von 10-Nanometer-Chips. Die Chip- hersteller Samsung und TSMC, die für die Konkurrenten AMD, Nvidia und Qualcomm produzieren, starten 2020 allerdings mit Fünf-Nanometer-Chips. Diesen Vorsprung kann Intel frü-hestens 2022 oder 2023 aufholen.

Selbst der langjährige Intel-Kunde Apple wendet sich ab. Wie Bloomberg am 23. April bekannt gab, wird die Firma mit dem Apfel-Logo ab 2021 keine CPUs von Intel mehr in ihren Computern verbauen. Glaubt man den Gerüchten, dann will Apple stattdessen auf AMD-Prozessoren oder intern entwickelte und von TSMC gefertigte Mikrochips mit ARM-Architektur setzen.

Eine Situation, die laut Bob Swan Umstrukturierungsmassnahmen dringend erforderlich macht: weg vom PC-zentrischen Unternehmen, hin zu mehr Diversifizierung. 2019 erzielte Intel 52 Prozent seines Umsatzes im PC-Geschäft und 33 Prozent im Bereich Rechenzentren, 6 Prozent mit Speichern, 5 Prozent mit dem Internet der Dinge und nur 1 Prozent im Automobilsegment.

LAM

Der scharfsinnige Zulieferer

  • Gründungsjahr: 1980
  • Sitz: FREMONT (US)
  • Umsatz: USD 9.65 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 11'000

Am 26. Februar verkündete der US-Anlagenbauer für die Halbleiterindustrie, Lam Research, gemeinsam mit ASML eine neue Technologie zur Metallabscheidung und Strukturierung entwickelt zu haben, die mit der sogenannten EUV-Fotolithografie kompatibel sei. Das Unternehmen dürfte daher von dem grossflächigen Einsatz der EUV-Anlagen profitieren.

MICRON

Der Dram-Experte

  • Gründungsjahr: 1978
  • Sitz: BOISE (US)
  • Umsatz: USD 23.41 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 35'000

Das US-Unternehmen Micron Technology ist auf Speicherchips spezialisiert und gilt weltweit als drittgrösster Produzent für dieses Segment. Der Spezialist für dynamisches RAM (DRAM), einen gängigen Speicherbaustein für PC und Server, könnte seine Umsätze durch die Pandemie steigern. Denn die Analysten erwarten, dass Cloud-Anbieter ihre Speicherkapazitäten aufstocken werden und die PC-Umsätze aufgrund der Zunahme der Homeoffice-Arbeit wieder anziehen.

NVIDIA

Der Experte fürs Gaming

  • Gründungsjahr: 1993
  • Sitz: SANTA CLARA (US)
  • Umsatz: USD 10.92 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 13'000

Nachdem sie im Februar ein Allzeithoch von 315 Dollar erreicht hatte, brach die Aktie des Grafikchip-Experten Nvidia Mitte März wegen der Coronakrise auf unter 200 Dollar ein. Doch zum Leidwesen aller Investoren, die auf Schnäppchenjagd gehen, hat das Papier wieder einen Höchstwert erreicht und lag Anfang Juni bei 350 Dollar, also höher als vor der Pandemie. Das US-Unternehmen scheint recht immun gegenüber dem Coronavirus zu sein.

Denn mehr als 50 Prozent seines Umsatzes erzielt es im Videospiele-Segment, das vom Lockdown stark profitiert. Nintendo beispielsweise hat Anfang April seine Zulieferer gebeten, das Produktionsvolumen der Switch um 20 Prozent zu steigern, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Und bei den GPUs in den Konsolen handelt es sich natürlich um Nvidia-Chips.

Ausserhalb des Videospiele-Sektors diversifiziert sich Nvidia immer weiter und nimmt die Märkte für Rechenzentren, Superrechner, autonome Fahrzeuge und künstliche Intelligenz ins Visier. So stellte das Unternehmen im vergangenen Dezember beispielsweise den neuen Chip Drive AGX Orin für autonome Fahrzeuge vor. Einige Monate zuvor hatte sich der US-Konzern für 6,9 Mrd. Dollar das israelische Start-up Mellanox einverleibt, das auf Multi-Core-Chips, KI und Rechenzentren spezialisiert ist.

Als sogenanntes Fabless-Unternehmen lässt Nvidia den grössten Teil seiner Chips von TSMC produzieren und profitiert dadurch von der modernen Technologie des taiwanesischen Chipherstellers. Derzeit arbeiten die beiden Unternehmen an der Entwicklung von Fünf-Nanometer-GPUs, wie die taiwanesische Tageszeitung «DigiTimes» berichtet. Diese Entwicklung ist nur natürlich, wenn man bedenkt, dass 2020 die Sieben-Nanometer-Grafikkarten von Nvidia herauskommen.

NXP

Der autoprofi

  • Gründungsjahr: 2006
  • Sitz: EINDHOVEN (NL)
  • Umsatz: EUR 8.88 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 31'000

Die niederländische NXP ist die Nummer zwei auf dem Weltmarkt für Automobilchips und erzielt 47 Prozent ihrer Umsätze in diesem Segment, 21 Prozent im Bereich Telekommunikationsinfrastrukturen, 18 Prozent in der Industrie und 13 Prozent im Mobiltelefongeschäft. Im April 2019 kaufte sich das Unternehmen in das französische Start-up Kalray ein, das intelligente Prozessoren für Rechenzentren und autonome Fahrzeuge entwickelt.

QUALCOMM

Der 5G-Marktführer

  • Gründungsjahr: 1985
  • Sitz: SAN DIEGO (US)
  • Umsatz: USD 24.3 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 37'000

Nachdem Qualcomm sich mit einem Marktanteil von nahezu 50 Prozent bereits die Spitzenposition auf dem Markt für 4G-Smartphone-Modems gesichert hat, will das Unternehmen nun auch Weltmarktführer für 5G-Chips werden (s. «Swissquote Magazine» vom Juli 2019). Doch der Absatzeinbruch bei den Smartphones durch die Pandemie könnte das Ergebnis schmälern.

SAMSUNG

Der Speicherkönig

  • Gründungsjahr: 1938
  • Sitz: SEOUL (KR)
  • Umsatz: USD 190 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 310'000

Der Mischkonzern Samsung gehört zu den Big Playern in der Halbleiterindustrie. 2019 war er nach Apple der zweitgrösste Mikrochip-Käufer weltweit und auch der zweitgrösste Chiphersteller – nach Intel. Speicherchips machen mehr als 80 Prozent des Samsung-Umsatzes im Halbleitergeschäft aus.

SILTRONIC

Der Wafer-Spezialist

  • Gründungsjahr: 1968
  • Sitz: MÜNCHEN (DE)
  • Umsatz: EUR 1,3 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 3'700

Ein Rohstoff ist unverzichtbar, wenn man Mikrochips produzieren will: Siliziumscheiben, die sogenannten Wafers. Den Sektor beherrschen wenige Anbieter: Shin-Etsu und Sumco (Japan), Siltronic (Deutschland), GlobalWafers (Taiwan) und SK Siltron (Korea). Diese fünf kontrollieren mehr als 90 Prozent des Weltmarkts, der 2019 bei geschätzt 11,2 Mrd. Dollar lag. Siltronic hat einen Anteil vom 15 Prozent am Weltmarkt und beliefert auch TSMC und Intel.

SK HYNIX

Die Nummer zwei für Speicherchips

  • Gründungsjahr: 1983
  • Sitz: ICHEON (KR)
  • Umsatz: USD 22.48 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 22'000

Trotz Pandemie schloss der koreanische Speicherchiphersteller SK Hynix das erste Quartal 2020 mit einem Umsatz von 6,2 Mrd. Dollar ab, einem Plus von 4 Prozent. Dies ist den guten Verkaufszahlen bei DRAM- und NAND-Flashspeichern für Datenserver zu verdanken, die den Rückgang auf dem Smartphone-Markt wettmachten.

SMIC

Der Chipfabrikant aus China

  • Gründungsjahr: 2000
  • Sitz: SHANGHAI (CN)
  • Umsatz: USD 3,116 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 18'000

«Auch wenn SMIC der grösste Chiphersteller Chinas ist, hinken seine Halbleiter denen von TSMC um mehrere Generationen hinterher, auch das Produktionsvolumen ist erheblich geringer», sagt Len Jelinek vom Beratungsunternehmen Omdia. Doch die meisten Experten sind der Meinung, dass das Unternehmen seine Rivalen mit Unterstützung der chinesischen Regierung über kurz oder lang einholen wird.

STMICRO

Der europäische Patriot

  • Gründungsjahr: 1987
  • Sitz: PLAN-LES-OUATES (CH)
  • Umsatz: USD 9.56 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 46'000

STMicroelectronics (ST) ging 1987 aus der Fusion des italienischen Unternehmens SGS mit der französischen Firma Thomson Semiconducteurs hervor und verlegte seinen Hauptsitz ins schweizerische Plan-les-Ouates GE, agiert aber nach niederländischem Recht. Ein durch und durch europäisches Konstrukt. Für diese Verwurzelung auf dem alten Kontinent tritt Jean-Marc Chéry mit Nachdruck ein: «Europa darf den Kampf um die Mikrochips nicht verlieren», erklärte der CEO von ST 2018 in der französischen Zeitung «Le Figaro». «Es ist sehr wichtig, diese Indus- trie und ihr Know-how hier bei uns zu halten», legte Chéry nach.

STMicroelectronics, 2019 die Nummer eins auf dem europäischen Halbleitermarkt, entwickelt und produziert ihre eigenen Mikrochips und hat ein paar Asse im Ärmel, um die Konkurrenz aus Amerika und Asien zu schlagen. Zum einen hat das Unternehmen ein breit gestreutes Portfolio und ist zugleich in der Automobilbranche, im Smartphone-Segment und in der Industrie tätig. Grösster Kunde ist niemand Geringeres als Apple, in dessen iPhones mehrere Kernkomponenten von ST verbaut werden. Im Automobilsektor setzt das Unternehmen auf die Produktion von Mikrochips aus Siliziumkarbid. Im Vergleich zu den nach wie vor mehrheitlich genutzten Silizium-Chips lassen sich mit Siliziumkarbid Komponenten bauen, die weniger Batterieleistung verbrauchen. So kann man die Reichweite von Elektro- oder Hybridfahrzeugen steigern.

Zu den ersten Kunden dieser Technologie zählt immerhin der US-Autobauer Tesla. Doch die Corona-Krise hat die Smartphone- wie die Autoindustrie hart getroffen. Im ersten Quartal 2020 blieb ST mit einem Umsatz von 2,23 Mrd. Dollar unter den Erwartungen von 2,36 Mrd. Und das Unternehmen rechnet damit, dass das zweite Quartal noch schwieriger wird.

TEXAS INSTRUMENTS

Mehr als ein Taschenrechner

  • Gründungsjahr: 1930
  • Sitz: DALLAS (US)
  • Umsatz: USD 14.38 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 30'000

In der Öffentlichkeit ist Texas Instruments vor allem für Schultaschenrechner bekannt. Ein Weltmarkt, den sich das US-Unternehmen mit Casio teilt. Aber es ist auch der siebtgrösste Chiphersteller der Welt und bietet Halbleiter für sämtliche Branchen an, vom Automobilsektor über die Industrie bis hin zum Smartphone-Segment.

TOKYO ELECTRON

Der Einzelkämpfer

  • Gründungsjahr: 1963
  • Sitz: TOKYO (JP)
  • Umsatz: USD 11.5 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 13'000

Als drittgrösster Ausrüster der Welt wollte Tokyo Electron mit der Nummer eins des Sektors, der US-Firma Applied Materials, zu einem Mega-Konzern fusionieren. Doch der Deal platzte 2015 nach einem «Nein» seitens der US-Behörden. Seitdem lernt Tokyo Electron alleine klarzukommen. Und macht das ziemlich gut: Zwischen 2016 und 2019 stieg der Umsatz von unter 6 Mrd. Dollar auf 11,5 Mrd. Dollar. Die japanische Firma beliefert unter anderen Samsung, Intel und SK Hynix mit Maschinen für die Chip-Produktion.

TSMC

Der verkannte Riese

  • Gründungsjahr: 1987
  • Sitz: HSINCHU (TW)
  • Umsatz: USD 35.6 MRD. (2019)
  • Belegschaft: 48'000

Krise? Welche Krise? Trotz des durch das Coronavirus bedingten weltweiten Abschwungs erzielt der taiwanesische Grosskonzern TSMC Rekordergebnisse. Am Donnerstag, den 16. April, gab das Unternehmen nicht nur ein Umsatzplus von 42 Prozent auf 10,3 Mrd. Dollar im ersten Quartal 2020 bekannt, sondern dazu einen Gewinnzuwachs von 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch wenn der Name TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) Laien eher nichts sagt, finden sich die Produkte des Konzerns in so gut wie jedem Elektrogerät, sei es ein Tablet, Smartphone oder ein Auto. Er ist der grösste Halbleiterhersteller der Welt, mehr als 50 Prozent aller weltweit produzierten Chips werden in Fabriken von TSMC gefertigt.

Allerdings: TSMC verkauft nicht an Endverbraucher und entwickelt auch nicht selbst. Die Foundry beschränkt sich darauf, die Chips anderer zu produzieren, meist von Unternehmen ohne eigene Fabriken (fabless) wie Apple, AMD, Huawei, Broadcom, Qualcomm oder Nvidia. Dass TSMC die Branche so stark dominiert, liegt daran, dass der Konzern die leistungsstärksten Foundrys hat. Das taiwanesische Unternehmen produziert Sieben-Nanometer-Chips und wird bald auf fünf Nanometer (nm) umsteigen, während US-Hersteller Intel es nicht unter die Grenze von zehn nm schafft und GlobalFoundries bei zwölf Nanometern dümpelt. Mit seinen kleineren und damit energiesparenderen und leistungsstärkeren Mikrochips sticht TSMC die Konkurrenz aus. Der Einzige, der weltweit mithalten kann, ist Samsung Electronics. Allerdings ist das koreanische Unternehmen auf Speicherchips spezialisiert, während TSMC komplexere Produkte wie Grafikprozessoren (GPUs) und Hauptprozessoren (CPUs) baut.

Für das zweite Quartal 2020 rechnet TSMC mit einem Umsatz zwischen 10,1 und 10,4 Mrd. Dollar. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2019 waren es 10,31 Mrd. Dollar. Zwar wird der Smartphone-Sektor, in dem der Konzern 50 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet, 2020 sicherlich einbrechen. Doch diesen Rückgang dürften einerseits der 5G-Netzausbau, für den viele Elektronikbauteile gebraucht werden, und andererseits das Wachstum des Cloud-Computing-Geschäfts wettmachen.

 
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