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Alkohol: Die Party geht weiter

Die Alkoholbranche floriert - unbeeindruckt vom gesellschaftlichen Druck, gesünder zu leben.
In den nächsten Jahren wird mit steigendem Umsatz gerechnet.

 

1997 konsumierte jeder Schweizer im Durchschnitt neun Liter an reinem Alkohol pro Jahr. Zwanzig Jahre später sind es 15 Prozent weniger: Im letzten Jahr tranken die Einwohner unseres Landes pro Kopf 7,7 Liter Ethanol. Man könnte also meinen, dass der gesunkene Konsum, der sich praktisch in ganz Europa beobachten lässt, Folgen für die Big Player der Branche hat. Aber weit gefehlt. Bei Diageo, der Nummer eins unter den Spirituosenkonzernen, Pernod Ricard (der Nummer zwei), aber auch bei Anheuser‑Busch InBev (AB inBev), Carlsberg und Heineken, den drei weltweit führenden Bierbrauern, sprudeln die Gewinne munter weiter.

Wie ist dieser wirtschaftliche Erfolg zu erklären? «Der Alkoholkonsum geht zwar in den westlichen Länder tendenziell weiter zurück, weltweit steigt er jedoch», erklärt Virginie Roumage, Analystin für Food & Beverages bei Bryan, Garnier & Co. «Länder mit mittlerem Einkommensniveau wie China und Indien fungieren als Wachstumsmotoren. Und sie machen die in Europa und in den USA weggefallenen Mengen mehr als wett.»

So hat sich der Alkoholkonsum in der Region «Westlicher Pazifik», zu der Indien, China und Vietnam gehören, seit Anfang der 1990er‑Jahre mehr als verdoppelt. Vor allem in Indien wächst die Begeisterung für alkoholische Getränke zunehmend. 2005 lag der Pro‑Kopf‑Konsum an reinem Alkohol in Indien noch bei 2,4 Litern pro Jahr, 2016 waren es schon 5,7 Liter, wie der neueste Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angibt.

 

Schwellenländer sind heute die neuen Zugpferde der Branche

 

«Studien zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen der steigenden Kaufkraft und dem Alkoholkonsum in Schwellenländern», so Virginie Roumage weiter. «Die Wachstumsprognosen sind daher gut und stabil.» Aber auch wenn die Schwellenländer die neuen Zugpferde der Branche sind, verlieren die grossen Alkoholkonzerne weder Europa noch die Vereinigten Staaten aus dem Blick, die weiterhin ihre wichtigsten Märkte bleiben. Denn mit 9,8 Litern Ethanol pro Kopf und Jahr ist der alte Kontinent nach wie vor die Region der Welt, in der der meiste Alkohol konsumiert wird. Allerdings ist das Gesundheitsdenken hier ein ganz anderes.

«In Europa und in den USA gibt es ein Bewusstsein dafür, wie wichtig die Gesundheit ist», so Moshmi Kamdar, Analyst bei der Union Bancaire Privée (UBP). «Die Menschen trinken weniger, rauchen weniger, machen mehr Sport und wollen gesündere Produkte essen.» Auf diesen Trend haben die Branchenriesen reagiert: Alle Marken haben kalorien- oder alkoholreduzierte sowie Premium-, Bio-, vegane oder lokale Varianten ihrer Getränke für die gesundheits- und umweltbewusste Kundschaft entwickelt.

«Mit solchen Innovationen wollen die Konzerne die Preise in die Höhe treiben», meint Moshmi Kamdar. «Die Premiumisierung ist im gesamten Sektor zu beobachten.» Das Ergebnis: In Europa und in den USA wird zwar weniger Alkohol getrunken, dafür ist er teurer geworden. «Und es ist kein Ende des Trends absehbar», fährt der UBP‑Analyst fort. «Der Westen trinkt weniger, will aber bessere Qualität.»

Sowohl in den Schwellenländern als auch in den Industrienationen scheinen die Einnahmen der Alkoholkonzerne also noch auf viele Jahre hin gesichert zu sein. «Die Unternehmen gelten als sichere Werte», bestätigt auch Moshmi Kamdar. «Diese Transparenz hat in der Krise allerdings ihren Preis: Die Aktien sind teurer. Sie stellen Vermögenswerte dar, die als defensiv betrachtet werden.»

DIE ALKOHOLMÄRKTE

SPIRITUOSEN
Mit einem Marktanteil von fast 45 Prozent gehören Spirituosen (Whisky, Gin, Wodka usw.), in Litern an reinem Alkohol gemessen, zu den meistgetrunkenen alkoholischen Getränken der Welt. Ihr Konsum nimmt jährlich zu, sowohl mengenmässig als auch vom Wert her.

BIER
Das am zweithäufigsten getrunkene alkoholische Getränk der Welt ist, gemessen an der reinen Alkoholmenge, das Bier. Der Marktanteil liegt bei rund 40 Prozent, die Absatzmenge stagniert. Dafür nimmt die Umstellung auf höhere Marktsegmente zu: In den letzten fünf Jahren legte der Weltmarkt für Bier um 20 Prozent an Wert zu.

WEIN
Wein (Rotwein, Weisswein, Rosé, Schaumwein) spielt beim weltweiten Alkoholkonsum eine immer kleinere Rolle. Von 35 Prozent Anfang der 1960er-Jahre ist der Marktanteil auf inzwischen unter 15 Prozent gefallen, betrachtet man die Menge an reinem Alkohol. Rotwein, der vor allem in den westlichen Ländern getrunken wird, verzeichnet einen starken Rückgang. Doch trotz sinkender Mengen steigt der Wert. Laut International Wine and Spirit Research (IWSR) dürfte der weltweite Weinumsatz von 215,8 Mrd. Dollar im Jahr 2018 bis 2023 auf 224,5 Mrd. Dollar klettern.

SONSTIGE ALKOHOLIKA
Mit rund 1 Prozent bleibt der Marktanteil der sogenannten Premixgetränke wie Cocktails marginal. Allerdings sind die Wachstumsraten enorm. So hat der weltweite Premix-Konsum 2018 laut IWSR um 5 Prozent zugelegt. Das liegt vor allem an einem deutlich gestiegenen Absatz von Getränkedosen in den USA und in Japan, den beiden grössten Märkten in diesem Segment.

 
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