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IPOs: 2020 soll alles besser werden

Aufgrund der Verunsicherung an den Märkten haben viele Unternehmen ihren für 2019 geplanten Börsengang erst einmal verschoben. Aber sie sind bereit, den Sprung zu wagen, wenn die Rahmenbedingungen wieder besser sind. Ist es 2020 schon so weit?

Uber, Airbnb, Lyft, WeWork, Peloton oder auch Postmates – 2019 sollte das Jahr der Börsengänge werden, in dem es so viele Einhörner, also Unternehmen mit einer Bewertung von mehr als einer Mrd. Dollar, wie noch nie an die Wall Street schaffen. Doch daraus wurde nichts. 2019 bleibt im Gedächtnis als das Jahr der gescheiterten, verschobenen oder abgesagten Börsengänge, auch wenn sich der aufgewirbelte Staub langsam legt.

So war der IPO von Uber im Mai einer der schlechtesten der jüngsten Geschichte. Die beim Börsendebüt noch mit 45 Dollar gehandelte Aktie hat inzwischen die 30‑Dollar‑Schwelle unterschritten. Rivale Lyft ergeht es kaum besser. Seit dem Börsengang im April hat das Unternehmen knapp die Hälfte an Wert eingebüsst. «2019 haben die grossen IPOs in den USA nicht funktioniert», so Pierre Kiecolt‑Wahl, Partner Equity Capital Markets bei Bryan, Garnier & Co.

Doch nicht nur die Kurse der beiden weltweit führenden Fahrdienstvermittler haben gelitten. Auch bei anderen US‑Firmen sind die Aktien seit dem IPO stark eingebrochen. Zum Beispiel bei Peloton, dem Marktführer für WLAN‑fähige Fitnessbikes, genauso aber auch beim Messagingdienst Slack oder beim SmileDirectClub, einem Unternehmen für Zahnkorrekturen per Telemedizin. Poshmark, Postmates und WeWork dagegen, drei weitere US‑Einhörner aus den Bereichen E‑Commerce, Lieferdienst bzw. Coworking, haben im letzten Moment einen Rückzieher gemacht. Ihren für 2019 geplanten Gang an die Wall Street haben sie erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben.

Wie sieht die Bilanz insgesamt aus? In den ersten neun Monaten des Jahres 2019 sank die Zahl der IPOs weltweit im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent, die Kapitalbeschaffung ging um 24 Prozent auf 114,2 Mrd. Dollar zurück. Während Asien mit einem verhaltenen IPO‑Rückgang (-9 Prozent) noch relativ gut dasteht, sieht das in den USA mit -23 Prozent und in Europa (-40 Prozent) ganz anders aus.

«2019 war ein enttäuschendes Jahr», sagt Philippe Espinasse, CEO von P&C Ventures Limited und Autor des Buchs «IPO: A Global Guide». «Hauptgrund für die IPO‑Zurückhaltung ist die Anlegerstimmung. Investoren mögen keine Unsicherheit. Doch 2019 hatte mit der Seifenoper des Brexits, dem US‑chinesischen Handelskrieg sowie mit den sozialen Unruhen in vielen Teilen der Welt, wie Hongkong, Spanien, Chile oder im Libanon, reichlich Unwägbarkeiten zu bieten.»

In so einer Situation gehen Anleger vorsichtig vor. Sie setzen dann eher auf defensive Anlagen als auf IPOs und suchen sichere Häfen. Um den Preis ihrer Wertpapiere und ihre Erfolgschancen zu maximieren, haben manche Unternehmen deswegen ihr Börsendebüt verschoben und warten auf eine bessere Marktstimmung. Im vergangenen September zum Beispiel blies US‑Unterhaltungsriese Endeavor seinen Börsengang ab, ohne jedoch die Tür zum Parkett der Wall Street ganz zuzuschlagen: «Wir werden den Zeitpunkt für das vorgeschlagene Angebot je nach Entwicklung der Marktbedingungen weiter bewerten», hiess es vorsichtig von Seiten des Unternehmens, dem unter anderem die MMA Ultimate Fighting Championship gehört. Mit anderen Worten: Endeavor ist bereit für die Börse und wartet jetzt ab, bis das auch umgekehrt der Fall ist.

PRIVATES GELD GIBTS GENUG

Es fehlt eben keineswegs an Finanzierungsmöglichkeiten, sodass es sich Unternehmen auch leisten können zu warten. «Sie müssen sich nicht mehr auf die Börse stürzen, weil tatsächlich enorme private Geldquellen zur Verfügung stehen», sagt Pierre Kiecolt‑Wahl von Bryan, Garnier & Co. «Die Privatfinanzierungen machen dem öffentlichen Handel inzwischen direkte Konkurrenz. Die Unternehmen können sich ihre Finanzquelle und das Timing aussuchen.» So wird Datenspezialist Palantir, ein Einhorn, auf das die Wall Street schon sehnsüchtig wartet, seinen Börsengang trotz 16‑jährigen Bestehens wohl noch um einige Jahre aufschieben.

 

«Privatfinanzierungen machen der Börse, direkte Konkurrenz»

Pierre Kiecolt-Wahl, Partner Equity Capital Markets bei Bryan, Garnier & Co.

 

Der US‑Presse zufolge erhält das geheimnisumwitterte Unternehmen, das unter anderem mit der CIA zusammenarbeitet, gerade zwischen einer und drei Mrd. Dollar aus Investmentfonds, wodurch seine Bewertung auf mehr als 26 Mrd. Dollar steigen dürfte. Privatfinanzierungen von Unternehmen, die schon lange keine Start‑ups mehr sind, sondern «Scale‑ups», gibt es nicht nur in den USA. Auch in Europa laufen diese Late‑Stage‑Investments besser als je zuvor. Im Laufe der ersten drei Quartale 2019 fanden mehr als 50 solcher Transaktionen im Wert von mehr als 100 Mio. Euro auf dem alten Kontinent statt, das ist mehr als in den Jahren 2017 und 2018 zusammengenommen. 

Auf einige der Unternehmen, die eine solche Megafinanzierungsrunde unter Dach und Fach bringen konnten, wartet die Börse bisher vergeblich, wie den britischen Lieferdienst Deliveroo (575 Mio. Dollar im Mai), die deutsche Neobank N26 (300 Mio. Dollar im Januar und 170 Mio. im Juli) oder die französische Onlinebuchungsplattform für Arzttermine Doctolib (150 Mio. Euro im März). «Die üppigen Privatfinanzierungen dürfte es noch eine ganze Weile geben», warnt Pierre Kiecolt‑Wahl. Wird das den IPOMarkt langfristig behindern? Wohl nicht auf Dauer. «Börsengänge sind eine Möglichkeit, aus den Risikokapitalfonds auszusteigen», so der Analyst. «Sie ermöglichen eine Wertsteigerung.» Was nichts anderes heisst, als dass die Fonds, sobald die Marktbedingungen besser sind, für eine Rückkehr zum IPO plädieren werden.

AIRBNB IN DEN STARTLÖCHERN

Bleibt nur die Frage, wann diese Trendwende zu erwarten ist. In einer Kolumne, die im Oktober 2019 im Magazin «Forbes» erschienen ist, zögerte Olivier Garret, CEO des Analysehauses RiskHedge, nicht mit der Prognose, dass 2020 nach einem IPO‑Jahr aussehe, mit immerhin 402 Einhörnern, die sich auf ihr Börsendebüt vorbereiteten. Ein solches Szenario kann sich Sandy Campart, Autorin des Buchs «Et si on osait investir en Bourse», allerdings gar nicht vorstellen: «Aufgrund der für 2020 erwarteten weltweiten Konjunkturschwäche und dem Überfluss an Privatmitteln sehe ich nicht, dass sich die Dinge nächstes Jahr beschleunigen werden.»

Zwischen diesen beiden Polen bewegen sich die Meinungen der Experten. Viele sind optimistisch – unter gewissen Voraussetzungen: «Wenn der Brexit zu einem Ende käme und China wie auch die USA ein Handelsabkommen vereinbaren würden, könnte die Zahl der Börsengänge 2020 steigen», glaubt Philippe Espinasse von P&C Ventures Limited. «Wichtig ist, dass die ersten IPOs des Jahres gut laufen.» Diese Ansicht teilt auch Pierre Kiecolt‑Wahl. «Ich denke, wir werden 2020 einen Volumenzuwachs erleben. Viele Unternehmen haben ihren Börsengang verschoben und können das Datum auch nicht ewig hinauszögern.»

Die Plattform Airbnb, die den Ferienwohnungsmarkt komplett umgekrempelt hat, steht bereits in den Startlöchern. Im September 2019 kündigte das Unternehmen einen Börsengang für 2020 an, ohne allerdings einen konkreten Termin zu nennen. Airbnb wird nicht das einzige sein.

 
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